Tagungen – Symposien

2018 „Theater als Moralische Anstalt?“

Für den Dramatiker Friedrich Schiller war das Theater ein Ort der Aufklärung. Er spricht in seiner 1784 veröffentlichten Rede von der Schaubühne als moralischer, gesellschaftspolitischer und ästhetischer Anstalt. Dies wirft die Frage auf: Welche Wirksamkeit kann sich bei einem Theaterbesuch entfalten? Welche Aufgabe kommt hierbei speziell dem Kinder- und Jugendtheater zu? Dem gegenüber stehen die Erwartungshaltungen der Zuschauer. Was erwarten zum Beispiel Pädagogen und Erzieher, wenn Sie mit ihren KITA-Gruppen in eine unserer Vorstellungen kommen? Nach welchen Kriterien wird ein Stück für einen Vorstellungsbesuch ausgesucht? Um diesen Fragen nachzugehen haben wir eingeladen:

Gerhard Drexel – Mitglied der JKS-Jury
ein Vertreter von TUKI – Theater & Kita
Cornelia Winkler – Dramaturgin des Stückes „Das Totenerweckungssüppchen“

Das Symposium findet in der Zeit von 11:00 bis 15:00 Uhr (inklusiver einer Pause) im Figurentheater Grashüpfer statt. Es besteht die Möglichkeit um 17:00 Uhr die Premiere des Stücks „Das Totenerweckungssüppchen“ anzusehen.

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2017 MAGIE AUF DER SPUR

Fachtagung/Symposium
mit Doppelvorstellung und Gesprächsrunde

Themen:

Der Reiz der Wiederholung
Die Kunst der Leerstellen
Assoziatives Potential des Publikums

im Figurentheater Grashüpfer, Puschkinallee 16a im Treptower Park
am 24. November 2017 

Tagungsablauf

 15:30 – 16:15 Der Reiz der Wiederholung Input und Diskussion
– im Stück, im Repertoire; Entwicklungspsychologie;
was bedeutet es für Kinder zu spielen?; Erfahrungsaustausch und Recherche

Kaffeepause-

16:45 – 17:30 Die Kunst der Leerstellen (Übersetzung aus anderen Kunstformen)
mit Kollegen anderer Sparten und Künste

Was bedeutet es mit Figuren zu spielen oder mit dem Stift zu zaubern?
Inwieweit ersetzen Figuren/Zeichnungen/Musik/Bewegung den Text?
Inwieweit lassen sie Leerstellen entstehen, die vom Publikum gefüllt werden können – was geschieht bei der Übertragung/Aufgabe des Künstlers?
Welche Rolle spielt der Erfahrungshorizont/die Assoziationsfähigkeit des Zuschauers?

Suppenpause –

18:30 Vorstellung:
„Original und Fälschung?! – 300x Herr Eichhorn und der erste Schnee“
Erwachsenenversion Pause Kinderversion
Im Anschluss, ca. 21:00 Diskussion:
Assoziatives Potential des Publikums
anhand von Erfahrungen während der Vorstellungen

Back to the roots (Input u.a. Uwe Günzel – Regie und Märchenerzähler) – Geschichten mit ihren Archetypen sind altersunabhängig; Märchen wurden ohne Altersangaben erzählt; der Jahrmarktskasper wurde von allen gesehen)

Anschließend: Ausklang mit Feuer in der Jurte und Glühwein

Moderation: Prof. Dr. Wolfgang Heckmann mit LAFT Berlin Theaterscoutings

Zielgruppe:
Symposium Professionelle Theatermacher und Interessierte aus Kulturpolitik sowie Bildungswesen; ca. 25 Personen;
Vorstellung für jeden Erwachsenen: 60 Plätze; Eintritt: 15,00 Euro, um Voranmeldung wird gebeten.

 

Hintergrund: „Das spielt ihr für Kinder???“ war der ungläubige Kommentar der Teilnehmer bei der Masterclass bei Neville Tranter. Es war ganz still.

Die Aufgabe war, eine bekannte Szene zu spielen, aber nicht mit den Originalfiguren. Nicole Gospodarek und Christiane Klatt schnappten sich die großen Altersheim-Klappmaulfiguren einer Kollegin und spielten die Warteszene aus ihrem Kinderstück „Herr Eichhorn und der erste Schnee“. Originaltext, Originaltempo, Originalstimmen.

Allein die alten menschlichen Figuren (und das durchweg erwachsene Publikum) hatten dem Text eine komplett andere Bedeutung gegeben, die Assoziationen in ganz andere Gefilde geführt – worauf warten die Charaktere? Wofür steht der Schnee?
Es war faszinierend.
Wir wollen deshalb das Experiment wagen, einmal das gesamte Stück mit menschlichen älteren Großfiguren zu spielen, aber mit dem Originalkinderstücktext und es in einem Doppelabend mit der Original zur Diskussion stellen.